Verschwendet KI Wasser? Mythos oder nicht, wenn die Infrastruktur in der EU steht
„KI verschwendet unser ganzes Wasser“. Stimmt das wirklich? Wir sind der Sache nachgegangen.
Die Frage traf uns ziemlich direkt. Unser Gründer Paul Plessing bekam in einem Reddit-Thread ordentlich Gegenwind, weil KI und ihre Rechenzentren angeblich massenhaft Wasser verschwenden. Der Ton war scharf, aber die Frage an sich ist berechtigt. Also haben wir uns die Studien angesehen.
Woher kommt die Zahl mit der Wasserflasche?
Die wichtigste Quelle hinter „KI verschwendet Wasser“ ist solide: Li et al., „Making AI Less Thirsty” (UC Riverside). Sie schätzen, dass GPT-3 grob eine 500-ml-Flasche Wasser pro 20–50 Antworten verbraucht.
Diese Werte pro Antwort sind aber Extrapolationen. Sie gehen von Rechenzentren in heißen Klimazonen mit Verdunstungskühlung aus.
Verdunstungskühlung ist Schwitzen im Industrieformat. Warme Luft strömt an Wasser vorbei, das Wasser verdunstet, nimmt die Wärme mit und geht verloren, statt wieder dorthin zurückzufließen, woher es kam. Das spart viel Strom, deshalb setzen heiße Regionen darauf. Es kostet aber viel Wasser.
Was zeigen gemessene Werte wirklich?
Google hat später gemessene Zahlen veröffentlicht: Der mediane Gemini-Apps-Text-Prompt verbraucht 0,24 Wh und 0,26 ml Wasser, inklusive Kühlung und Leerlauf. Das sind etwa fünf Tropfen. Die Zahl stammt aus einer Momentaufnahme der Daten vom Mai 2025. Es ist also ein Median über alle Modelle, die damals Traffic bedient haben, nicht ein einzelnes Modell. Und 0,26 ml war Googles globaler Durchschnitt.
Wer die Methodik ausführlicher will, findet sie in KI-Wasserverbrauch: Warum die viralen Zahlen irreführend sind. Hier geht es darum, was sich ändert, wenn dein EU KI Chat auf Servern in Europa läuft.
Nutzen europäische Rechenzentren überhaupt Wasser zum Kühlen?
Rechenzentren in Schweden stehen unter anderem deshalb dort, weil sie mit Luft statt mit Wasser kühlen. Microsofts schwedische Region kühlt das ganze Jahr mit Außenluft. Auch Hetzner kühlt mit Luft statt Wasser.
Das ist keine willkürliche Liste. DentroChat hostet bei Hetzner in Deutschland, und ein Teil der Inferenz über Cortecs läuft in Schweden. „KI verschwendet Wasser“ ist eine krasse Übertreibung, wenn du einen EU KI Chat wie DentroChat nutzt. Viele dieser europäischen Rechenzentren verbrauchen praktisch kein Wasser.
Und das Wasser fürs Training?
In den Prompt-Zahlen fehlt der Trainingsaufwand. Ist ein Modell einmal trainiert, kann es gehostet werden. Die meisten in der EU gehosteten Modelle werden aber noch außerhalb Europas trainiert. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Trainingskosten.
Aktuelle Zahlen sind rar, aber Google schätzte 2022, dass 40 % der Energie ins Training und 60 % in die Inferenz gehen.
Das neuere Paper „Power Hungry Processing” kommt auf rund 90 % Lebenszyklus-Energie und CO₂ allein für die Inferenz.
Beides deutet in dieselbe Richtung: Ein EU KI Chat mit europäisch gehosteten Modellen verschwendet insgesamt wenig Wasser.
Wie schneidet das gegen einen Reddit-Thread ab?
Vergleiche das mit dem Reddit-Post, der 6.000 Aufrufe hatte und unsere Recherche angestoßen hat.
Web-CO₂-Rechner nach dem Sustainable Web Design Modell setzen einen typischen Seitenaufruf auf etwa 0,36 g CO₂e, grob 0,7 Wh. Bei 6.000 Aufrufen sind das etwa 4,4 kWh nur fürs Ausliefern der Seite. Das entspricht der Energie von ungefähr 18.000 KI-Text-Prompts!
Beim Wasser reden wir eher von Litern gegenüber einem Bruchteil eines Milliliters pro Prompt.
Normaler Social-Media-Konsum sieht energiemäßig also schlechter aus als ein KI-Prompt.
Ist „KI verschwendet Wasser“ ein Mythos?
Rechenzentren in trockenen Regionen sind ein echtes Thema, und Transparenz fehlt oft. Pro Interaktion auf EU-Infrastruktur ist ein Prompt aber eines der leichteren Dinge, die wir online machen.
„KI verschwendet Wasser“ ist eher ein Mythos, wenn du EU-Lösungen nutzt. Genau dafür haben wir DentroChat gebaut, den EU KI Chat, den wir selbst am liebsten nutzen.